Fütterungsempfehlungen

Besonders während der Nestlingssaison bekommen wir leider immer wieder fehlernährte Jungvögel zu spät gebracht.

Die empfindlichen Nestlinge sollten stündlich gefüttert werden und zwar von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang. Frisch geschlüpfte Vögel sogar halbstündlich.

Jungvögel tolerieren für sie unverdauliches Futter sehr schlecht und sterben schnell an Fehlernährungen. Leider sperren die Vögel nach Futter - egal was man Ihnen anbietet. Die Folgen sind leider oft tödlich!

Noch eine wichtige Bitte: Wenn Sie Jungvögel füttern, dann formen Sie bitte immer Schnabelgerechte Kügelchen aus dem zu verabreichenden Futter, sonst sehen die Kleinen so aus, wie die 2 Buchfinken, die uns völlig futterverschmiert, aber fit gebracht wurden.

Fütterungsempfehlungen für die Aufzucht und Pflege von Wildvögeln

 

Aus Wildvogel-Pflegestation Kirchwald , von Dr. Anja Baronetzky-Mercier

 

Nach über 25 Jahren Erfahrung in der Pflege und Aufzucht von Wildvögeln mit allen Rückschlägen und Verbesserungsversuchen hier nun die nach unseren Erfahrungen am besten funktionierenden Ernährungsvorschläge.

Alle Jungvögel sollten regelmäßig mit Korvimin R oder einem anderen Vitamin-Mineralgemisch versorgt werden. Alle Nestlinge benötigen eine Wärmebox o.ä., werden sie zu kalt, können sie kein Futter verdauen.

 

Weichfresser

Amseln; Drosseln; Stare

Nestlinge werden mit Drohnenbrut ( entweder gesiebt per Spritze, oder mit kochendem Wasser übergossen als ganze Drohnenlarven ohne Wachs), kleinen Regenwürmern, kleinen Wachsmaden, Buffalowürmern und eingeweichten Beoperlen (maximal 30%)  gefüttert.

Ältere Jungvögel bekommen zusätzlich Beeren und Weichfresserfutter  angeboten.

Erwachsenen Tieren sollte Weichfresserfutter, Obst, Regenwürmer und Wachsmaden angeboten werden.

Bei schwer kranken Tieren wird kurzzeitig auch Drohnenbrut per Sonde vertragen. Aus Dauer ist sie zu fett.

Insektenfresser

Meisen; Schwalben; Rotschwänzchen; Bachstelzen; Kleiber; Fitis; Laubsänger; Braunellen; Schnäpper

Nestlinge: Zuerst bekommen die Kleinen Teile von Heimchen, ohne Beine und ohne Kopf, dann  mittlere Heimchen ohne Hinterbeine plus Buffalos/ Pinkys. Sehr kleine  frisch geschlüpfte Nestlinge können auch mit Drosophila Fliegen (frisch aufgetaut) versorgt werden. Diese enthalten im Gegensatz zu den Bäuchen von Heimchen wenig Energie. Soll frisch aufgetaute Drohnenbrut verfüttert werden, sollte diese  gesiebt und tropfenweise per Spritze verabreicht werden, da sonst die Gefahr besteht, dass sich die Kleinen verschlucken.

Adulte Vögel: Heimchen  Pinkys, Buffalos , Drohnenbrut, evtl. Wachsmaden bei sehr mageren Vögeln.  Zusätzlich im Winter: Winterstreufutter – Mischung anbieten, denn gerade im Winter haben sich viele an dieses gewöhnt und nehmen es gerne  zusätzlich an.

Mauersegler, ein spezieller Insektenfresser

Nestlinge werden entweder mit Wachsraupenstückchen, Drohnenbrut oder Heimchen (ohne Beine) gefüttert.

Stark abgemagerte und geschwächte Tiere nehmen häufig nur Drohnenbrut per Sonde verabreicht an, da sie alles andere wieder auswürgen.

Erwachsenen Mauersegler werden mit Wachsmaden gefüttert.

 

Spechte - noch ein spezieller Insektenfresser

Jungvögel bekommen Wachsraupen oder größere Heimchen, Pinkkys und Buffalos gefüttert

adulte Vögel: Wachraupen, Pinkys + Buffalos, Heimchen; Insektenfutter anbieten. Immer einen kleinen Stamm in die Box stellen, an dem sie hochklettern können und hinter dem sie sich verstecken können. Aus diesem Stamm holen sie sich auch gerne Futter, welches wir dort verstecken. Gerne wird auch Drohnenbrut genommen, die selbstständig aus den Waben gehackt wird. Auch Spechten kann man im Winter Winterstreufutter und Fettfutter anbieten.

Körnerfresser

In der Aufzucht unterscheiden wir 2 Gruppen von Körnerfressern:

Gruppe 1: Sperlinge, Buchfinken:

Nestlinge: Avifood neonate und Buffalos/Pinkys oder Heimchen  je ca. 1/2 der Mahlzeit, wenn sie etwas größer sind, werden dazu Beoperlenstückchen  und gemahlenes Waldvogelfutter angeboten.

Das Futter wird gerne auch aus einer 1 ml. Spritze genommen.

Gruppe 2: Grünfinken; Kernbeißer; Gimpel, Zeisige, Bluthänflinge  sind echte Körnerfresser

Diese Vögel werden von ihren Eltern in den Kropf gefüttert, das bedeutet, dass sie eine relativ große Futtermenge aus einmal aufnehmen wollen und wird das Futter per Spritze hinter der Zunge in den Schnabel verabreichen. Wir beginnen mit 0,3 ml, später wird durchaus 1 ml bzw. beim Kernbeißer sogar 2 ml pro Mahlzeit vertragen. Wenn der Kropf leer ist, darf wieder gefüttert werden. Das dauert zwischen 30 min und 2 Stunden.

Nestlinge: Wir beginnen mit Avifood recovery als Alleinfutter. Später wird ca. 30% gemahlenes Waldvogelfutter in den Futterbrei gemischt.

Kritisch ist der Weg in die selbstständige Futteraufnahme:

Kolbenhirse, zerhackte, geschälte Körner und Waldvogelfutter sollte angeboten werden.. Ein älterer Jungvogel, oder ein verträglicher erwachsener Vogel, der selbstständig frisst, hilft den Ästlingen die Futteraufnahme zu erlernen.

Die erwachsenen Körnerfressern sollten Waldvogelfutter, Unkrautsamen, Grassamen, unreife Löwenzahnsamen und Winterstreufutter, Endiviensalat, Vogelmiere oder Löwenzahn angeboten bekommen.

Nur Sperlinge fressen auch als erwachsene Vögel gerne Pinkys, Buffalos und Drohnenbrut und vertragen dies auch gut.

 

Rabenvögel und Verwandte wie Elstern, Dohlen, Eichelhäher

Rabenvögel: Eichelhäher; Dohle; Elster; Rabenkrähe:

Nestlinge: Große und kleine Beos, Regenwürmer, Drohnenbrut, Wachsmaden

außerdem Beeren, grobes eingeweichtes Weichfresserfutter. Teiel von Küken und Mäusen werden ebenfalls genommen.

Zur Not vertragen sie auch eingeweichtes Katzentrockenfutter.

Später, wenn sie selber fressen: klein geschnittene Küken, Wachsmaden, große Beos+ Weichfresserfutter, Getreidesaaten, Nüsse, Salate, Obst 

Tauben

Jungtauben: ganz kleine Taubenküken bekommen Sonden aus Nutri Bird A19 mit Almazyme , später Taubenteig oder Pellets von Sollfrank einweichen und Kügelchen formen.

Nach Möglichkeit Tauben-Mama unterschieben!

Erwachsene Tauben: normales Taubenfutter  ist für Ringel-,  Felsen-  und Stadttauben geeignet. Türken- und Turteltauben bekommen Jungtaubenfutter und Unkrautsamen 

Enten und Gänse

Küken bekommen Pinkys, Buffalos sowie Entenkükenstarter (Pellets) und klein- geschnittenen Salat oder Vogelmiere, oder Wasserpest  angeboten.

Erwachsene Tiere fressen Entenpellets, klein-geschnittenen  Salat und geschrotetes Hühnerfutter. Das Futter sollte in Schüsseln mit  Wasser  angeboten werden.

Gerne werden auch Wasserflöhe oder Tubifex angenommen.

Schwäne

Küken: Entenstarter und Entenerhaltungsfutter  ( z.B. von Lundi) Cave: nicht zu Eiweißhaltige Futtermittel,  Schwanenküken müssen viel schwimmen, sonst drohen schwere Knochenverkrümmungen. Leider müssen die Tiere beim Schwimmen am Anfang beaufsichtigt werden, da sie sonst ertrinken können.

Ältere Tiere: Entenerhaltungsfutter, Salat, viel Grünes wie Löwenzahn, Brennesseln, wenig Körnerfutter

Greifvögel- und Eulen

Grundsätzlich ist die alleinige Fütterung mit Küken abzulehnen, da dies zu schweren Entwicklungsstörungen führt. Bei erwachsenen Tiere sind bei alleiniger Kükenfütterung ebenfalls auf Dauer Mangelerscheinungen zu beobachten.

 

Gruppe 1: Turmfalken, Waldkäuze, Steinkäuze, Waldohreulen, Mäusebussarde

 

Nestlinge: nur klein geschnittene Mäuse oder Babymäuse, keine Küken

 

Ältere Tiere und erwachsene Tiere: Küken und Mäuse, wobei grundsätzlich deutlich mehr Mäuse als Küken gefüttert werden sollten.

 

Gruppe 2 : Sperber, Habicht

 

Nestlinge: kleine geschnittene Küken ( maximal 30%), Mäuse oder Babymäuse, evtl. Teile von Tauben oder Wachteln

 

Ältere Tiere: Mäuse, Kaninchen, Tauben  usw.

 

Gruppe 3: Uhu

 

Nestlinge: Küken, Mäuse, Ratten usw.

 

Gruppe 4: Sonderfall Wespenbussard:

 

Wespenbussarde sind fast reine Insektenfresser, daher bieten wie Drohnenbrut und Wachsmaden an. Beides wird in der Regel gut angenommen.

 

Bei den erwachsenen Tieren darf der Speisezettel durch Mäuse und Küken ergänzt werden

Wildvogel-Pflegestation Kirchwald eV.

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