Informationen über Igel

Die Tiermedizin der Igel ist kein Bestandteil des Studiums der Tiermedizin. Es gibt nur selten Veröffentlichungen zu diesem Thema und ausgesprochen wenig sachdienliche Fachliteratur.  Basis unserer Diagnostik und Therapien ist eine stetig gewachsene Erfahrung aus 24 Jahren Igelbetreuung, auch mit all den schmerzlichen Fehlern in der frühen Phase...

 

Der Stacheltierpatient ist im Grunde für den Tierarzt nicht geschaffen. Das Zusammenrollen und Präsentieren von einigen Hundert aufgerichteten Stacheln, es verhindert ein banales Abhören des Herzens, ein Fiebermessen, eine Blutentnahme.  So müssen wir häufig, insbesondere bei verletzten Tieren, röntgen, oder gar eine leichte Narkose geben, um zu den elementarsten Befunden zu gelangen (z.B. einer Blutprobe)

 

Bei der tiermedizinischen Betreuung von Igeln gilt in vielerlei Hinsicht das im Link „Die Tiermedizinische Seite, Wildvögel“ Gesagte: Die 1:1 Übertragung von Therapien aus z.B. der Hunde- und Katzenmedizin endet schnell in einer Katastrophe. Viele Medikamente, dort sinnvoll angewendet, erweisen sich als unverträglich oder sogar toxisch. Dies gilt im Besonderen für eine Vielzahl von Antiparasitika und hierunter speziell der Spot-on-Präparate...

 

Einen sehr großen Anteil unserer Igelpatienten bilden Jungigel. Häufig werden Säuglinge durch Baggerarbeiten, Abrissmaßnahmen, etc. oder noch sehr kleine auf den ersten Ausflügen durch Stürze in Kellerschächte, o.ä. von den Muttertieren getrennt. Manches betreuende, weibliche Elterntier wird überfahren oder kommt anderweitig zu Schaden.


In den vergangenen Jahren, auch eine Folge der Klimaerwärmung? gibt es vermehrt noch spät im September, manchmal bis in den Oktober hinein, bei den Stacheltieren Nachwuchs. Ein Igelkind mit 180g Körpergewicht am 24. Oktober ist nicht in der Lage den Winter zu überstehen. Seine Mutter geht aber an diesem Tag nach der ersten ernsthaften Frostnacht in den Winterschlaf.

 

Die Aufzucht der kleinen Igel ist mit der Bekämpfung einer Vielzahl von Kinderkrankheiten verbunden (Dünn- und Dickdarmdurchfälle, Parasitosen durch Hämobartonellen, Coccidien, Cryptosporidien und verschiedener Nematoden, Infekten der Atemwege, etc.). Es gelingt uns jedoch in einem sehr hohen Prozentsatz die Frühjahrs- und Sommerigel noch im gleichen Jahr wieder auszuwildern. Die Kleinen aus dem Herbst werden entweder noch spät im Winter, wenn sie das erforderliche Gewicht erreicht haben, auf der Station schlafend überwintert, oder sie bleiben wach und gelangen mit den anderen im frostfreien Frühjahr wieder in die Freiheit.

 

Die Chirurgie ist bei den Igeln statistisch gesehen, bezogen auf die Anzahl der Patienten, seltener erforderlich als bei den Wildvögeln. Das Leben auf der Erde, geschützt durch einen Stachelpanzer, es ist nicht weniger unfallträchtig. Die Folgen der Unfälle, z.B. durch Autos, sind nur leider zumeist gravierender, so dass die Tiere diese erst gar nicht überleben. Dennoch haben einige Glück im Unglück und wir können Knochenbrüche (durch in d. Regel Osteosynthesen) oder größere Wunden chirurgisch versorgen.  Die bedauernswerten Tiere, die mit offenen Wunden (u.a. nach Hundebissen) nicht gleich gefunden und behandelt werden, weisen leider oft einen Befall mit Fleischfliegenmaden auf. Aber auch von diesen Patienten mit ihren infizierten Wunden gelangen viele nach einigen Wochen auf der Station wieder in die Freiheit. 

 

Von Jahr zu Jahr sehen wir mehr Patienten mit furchtbaren Verletzungen, v.a. des Kopfes, infolge der Einsätze von sog. Trimmern. Die rotierenden, harten Kunststofffäden dieser Geräte köpfen leider nicht nur den „Wildwuchs“ in den Gärten... Manchmal können wir den betroffenen Tieren plastisch-chirurgisch ein funktionell sehr gutes Gesicht mit Nase, Kiefern, etc. wieder geben. Der Heilungsverlauf bei diesen Patienten dauert jedoch oft Wochen und Monate.

 

Zum Glück sind Igel mit einem funktionierenden Auge sehr gut in Freiheit lebensfähig. Dies hilft uns bei der Vielzahl von zerstörten Augäpfeln durch die per Laubblassgeräte zu Geschossen beschleunigten Steinchen. Jedes Jahr im Herbst retten wir durch das Entfernen von zertrümmerten Augen Igelleben. 

 

Die noch vor Jahren sehr häufigen Intoxikationen durch Schneckengiftpräparate haben etwas abgenommen. Die Unvernunft in den Gärten scheint sich vom Schneckenkorn zum Trimmer und Laubgebläse verlagert zu haben. Dennoch sind die Vergiftungsfälle bei den Tieren unter den internistischen Patienten recht hoch anzusiedeln. Viele können wir retten, manche verlieren wir jedoch v.a. durch ein Leber- oder Nierenversagen.

 

Dieser Text kann nur marginal die Tiermedizin der Igel abhandeln und soll nur einen kleinen Einblick in unsere Tätigkeiten bieten. 

 

Für all die Fragen bei der Betreuung und Behandlung dieser Tiere, insbesondere von Kolleginnen und Kollegen, stehen wir gerne zur Verfügung. 

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