Erste Hilfe-Tipps für Igel

Welcher Igel braucht Hilfe? Wie kann ich helfen?

Igel sind dämmerungs-, bzw. nachtaktive, unter Naturschutz stehende Säugetiere. Sie ernähren sich von auf dem Boden oder in den oberen Bodenschichten lebenden Insekten (Asseln, Laufkäfer, etc.), Würmern und kleinen Nacktschnecken.

 

Dies bedeutet im Umkehrschluss:

Ein tagaktiver Igel, der also am helllichten Tag umherläuft, hat in der Regel ein Problem.
Bestenfalls ist er in seinem Ruhebereich massiv gestört worden.
Vielleicht hat er nachts nicht mehr genug Nahrung gefunden oder er ist krank, bzw. verletzt.

Kranker Jungigel Kranker Jungigel

Ein gesunder, vitaler Igel ist bei Annäherung oder gar Berührung immer in der Lage sich komplett und fest einzurollen. Er ist dann vollständig mit seinen Stacheln umgeben, d.h. Nase, Augen, alle vier Beinchen können gänzlich eingezogen werden. Ein sich gestört fühlender, völlig eingerollter Igel gibt i.d.R. deutlich hörbare „fauchende“ Geräusche von sich.
Ein gesunder, normalgewichtiger, eingerollter Igel hat in der Aufsicht auf seine Bauchseite (d.h. dort wo seine Beine und sein Kopf „drin verschwunden sind“) einen rundovalen Umriss.
Untergewichtige, z.B. chronisch kranke Tiere haben eher einen eingezogenen, d.h. sanduhrförmigen Umriss.

Junge Igel gehen mit einem Gewicht von mehr als 500g in ihren ersten Winterschlaf – ältere Tiere, in den Vorjahren geboren, mit mehr als 750g.

 

Sollte Ihnen im Herbst, wenn sich die ersten Nachtfröste ankündigen, wenn also kaum noch Nahrung für die Igel vorhanden ist, ein Tier von deutlich unter 500g oder ein untergewichtig aussehendes (Sanduhrform) unter 750g am Tage über den Weg (in der Regel) schleichen, dann kümmern sie sich bitte um ihn.

Igel sind keine Haustiere. Sie stehen unter Naturschutz und dürfen deshalb ohne triftigen Grund nicht aus der Natur entnommen werden.

Ernährung und Unterbringung

Entgegen der weitverbreiteten Meinung ernähren sich Igel nicht von Fallobst, nicht von gekochten Kartoffeln oder eingeweichtem Brot.
Kuhmilch nehmen sie zwar auf, diese enthält aber Milchzucker, welchen die Tiere nicht verstoffwechseln können. Milch ist somit für Igel ein absolut untaugliches und vor allem schädigendes Futter.
Ein Aufzuchtversuch von Igelsäuglingen mit Kuhmilchfütterung endet in einer Katastrophe.

Es gibt lactulosearme Aufzuchtmilchpräparate, i.d.R. beim Tierarzt zu beziehen.
Die in den Futterhandlungen angebotene „Katzenmilch“ ist ebenfalls zur Igelbaby-Aufzucht gänzlich ungeeignet.

Mit warmem Wasser etwas suppig aufgerührtes Katzendosenfutter und ein Schälchen mit Wasser stellen eine gute Erstversorgung für heranwachsende, d.h. dem Säuglingsalter entwachsene und ausgewachsene Tiere dar.

Die Unterbringung sollte in einem frostsicheren, leicht
temperierten, nicht feuchten, eher dunklem Raum erfolgen.

Igel gehen nicht sehr sauber mit ihren Ausscheidungen um,
d.h. sie laufen dadurch, koten dort wo sie sich gerade aufhalten, so auch in
ihre Näpfe.

Hygiene ist daher sehr wichtig.

Verletzungen und Erkrankungen

Verletzte oder offensichtlich erkrankte Tiere gehören in die
Behandlung eines „igelinteressierten“, d.h. fachkundigen Tierarztes.

 

Die Stacheltiere werden sehr häufig von äußeren und inneren
Parasiten geplagt, dies insbesondere die Erkrankten und Schwachen.

Doch Vorsicht – Igel vertragen längst nicht alle
Parasitenmedikamente, welche für Hund und Katze zugelassen und erprobt sind.
Insbesondere die dort so beliebten Spot-On-Präparate sind häufig toxisch für
unsere Pfleglinge.

 

Es macht immer Sinn, auch vor dem Einsatz von
igelverträglichen Wurmmedikamenten, eine Kotuntersuchung auf Parasiten
durchführen zu lassen.

Schaffen Sie Lebensräume!

Den größten Beitrag, welchen Sie für die so nützlichen Insekten-, Schnecken- und Wurmvertilger leisten können, ist jedoch Ihren Garten zu einem igelfreundlichen Lebensraum zu gestalten.

Nur kurz dazu ein paar Anregungen:

Verzichten Sie auf igelhemmende Grundstückseinfassungen. Die Tiere haben große Reviere, bleiben oft in Maschendrahtzäunen hängen. Hecken sind ideale Einfriedungen (auch für viele Vogelarten).
Der klassische aufgeräumte Garten mit Wembley-Rasen und Rhododendronbüschen ist nicht nur für Igel ein toter Lebensraum.
Eine abwechslungsreiche Bepflanzung mit unaufgeräumten Bereichen, Reisighaufen, Flächen auf denen ein Laubberg vermodern darf – dort finden Igel Nahrung, Unterschlupf und eine Möglichkeit zu überwintern. Die Tiere danken es Ihnen mit der Bekämpfung von „Schädlingen“...

Igelunfallverhütungsvorschriften

Schlussendlich denken Sie bitte an die „Igelunfallverhütungsvorschriften“:

 

  • Gartenteiche müssen mindestens einen sehr flachen Uferbereich haben, damit die Tiere, die übrigens erstaunlich gut schwimmen können, wieder an Land gelangen.
  • Kellerschächte gehören abgedeckt – schon manches Tier ist darin verdurstet.
  • Die sogenannten „Rasentrimmer“ niemals im höheren Bewuchs einsetzen. Jedes Jahr werden tausende Igel damit schwer verletzt oder getötet. Vielen Patienten auf der Station konnte nur durch aufwendige Operationen ein lebenswertes Leben nach einem solchen Trimmerangriff zurückgegeben werden. Als es diese Geräte vor Jahren noch nicht gab, da hat uns Gartenarbeit doch auch Spass gemacht – also bitte ganz auf diese Höllenmaschinen verzichten.
  • Das Zusammenkehren, nein –pusten von Laub ist ebenfalls eine relativ neue, die Igel schädigende Unsitte in vielen Gärten. Die mehrere tausend Watt starken Gebläse pusten nicht nur das Laub in die gewünschte Richtung, sondern auch Steinchen geschossartig in die Augen der Stacheltiere. Jedes Jahr müssen wir auf der Station Tiere mit zertrümmerten Gesichtern beklagen...
  • Unsere heimischen Igel haben es schon durch den für sie so unnatürlichen Autoverkehr, gegen den man sich durchs Einrollen nun mal nicht schützen kann, so furchtbar schwer.Schaffen wir Ihnen doch wenigstens geeignete, sichere Refugien in unseren Gärten.

Bei Fragen, welche in diesem kurzen Beitrag sicher nicht alle bereits beantwortet worden sind, wenden Sie sich bitte an die Station.

Wildvogel-Pflegestation Kirchwald eV.

Der Verein ist als gemeinnützig anerkannt gem. Finanzamt Mayen

29/650/0160/8-III/3 v.20.12.2015

Wildvogel Pflegestation Kirchwald
Auf Bachhell 1
56729 Kirchwald
Telefon: 0160-96714064 0160-96714064
Fax:
E-Mail-Adresse:

Sollten Sie uns telefonisch mal nicht erreichen, sind wir gerade mit der Versorgung eines unserer Schützlinge beschäftigt. Haben Sie einen verletzten Wildvogel oder Igel gefunden - bringen Sie ihn uns bitte einfach vorbei.

Bitte beachten Sie, dass wir nur unter der Telefonnummer:

0160-96714064 zu erreichen sind!

Jede Spende hilft!

Volksbank RheinAhrEifel eG
Konto 14523400
BLZ    577 615 91
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Schule zuende und was nun?

Bundesfreiwilligendienst oder FÖJ? Bei uns gibt es viel Interessantes zu lernen über die Probleme unsere gefiederten Freunde und über unsere Igel.

Zwischen 6 Monaten und 1 Jahr können Sie im Rahmen dieser Programme bei uns mitarbeiten.

Bitte beachten Sie, dass das FÖJ ist nur als Jahresverpflichtung also 12 Monate möglich ist. Rufen Sie doch einfach mal an.

Neu:

Die Wildvogel-Pflegestation ist jetzt bei "Stifter-helfen.de" ( z.B. smile-amazon) und bei "gooding" als gemeinnütziger Verein eingetragen. Falls Sie lieber Freund der Vogelstation irgendetwas im Internet bestellen, unterstützten Sie doch dabei unsere Station,das kostet Sie keinen Cent mehr, hilft aber der Station.

 

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